Freiwillige Feuerwehr Morsbach Löschzug 1
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Seit 1882
Notruf: 112
Freiwillige Feuerwehr Morsbach Löschzug 1   Kontakt   Impressum
Historie
Die Gründermannschaft setzte sich 1882 wie folgt zusammen:
Chef der Wehr: Bürgermeister Wilhelm Thoenes
Korpsführer: Lorenz Müller und Johann Schmidt
Steiger: Josef Breiderhoff, Felix Goeser, Gustav Isenhardt, Julius Moll, Wilhelm Piel, Amandus Schmidt
Spritzenmänner: Fritz Baldus, Johann Becker, Peter Brast, Carl Dörner, Josef Konze, Kuhstoss, Johann Mack, Josef Moll, Heinrich Puhl, Gustav Schmidt, Karl Schmidt, Gerhard Schneider, Christian Solbach, Heinrich Stangier, Hermann Stausberg, Jakob Steiger
Ordnungsmannschaft: Theodor Becker, Christian Dützer, Wilhelm Fenstermacher, Felix Goeser, Dr. Koch, Johann Reuber, Heinrich Rosenbaum, Christian Stausberg, Heinrich Stausberg, Anton Steiger, Carl Thoenes, Josef Wingen

Zunächst wurden bestellt: 1 Messinghelm, 5 Lederhelme, 1 Filzhelm, 8 Gürtel und Gurte, 3 Beile mit Taschen, Joppen, Laternen, Signalhorn,Abzeichen u.a. für 168,70 M.

Und sodann im März 1883
Uniformen für Chef und Korpsführer zu 55,45 M
Uniformen für 18 Spritzenmänner zu 252,50 M
Ausrüstung für 6 Steiger zu 191,70 M
Ausrüstung für den Hornisten zu 25,55 M
Zusammen 525,20 M

Mit 300 M Zuschuss der "Provinzial" wurde 1882 noch eine Spritze für Wendershagen angeschafft, und für die alten Spritzen in Alzen und Wallerhausen fertigte Schmiedemeister Wilhelm Schmidt fahrbare Untersätze (Karren) an. Im Juli 1883 kaufte Bürgermeister Thoenes auf einer öffentlichen Versteigerung von der städtischen Feuerwehr Köln

2 vierrädrige Druckspritzen für 250,00 M
3 Buttenspritzen für 75,00 M
10 Berliner Hakenleitern für 76,00 M
Zuzüglich Versteigerungs-und Frachtkosten 56,00 M

Nunmehr befanden sich mehrere Spritzen in Morsbach und je eine in Alzen, Erblingen, Holpe, Korseifen, Lichtenberg, Niederasbach, Steimelhagen, Wallerhausen und Wendershagen. In fünf Orten standen für ihre Aufbewahrung Spritzenhäuser zur Verfügung, wofür die Gemeinde 2.000 M. aufwendete. Man war also zu dieser Zeit schon gut gerüstet, und in den genannten Außenorten konnte man mit einer wirksamen Bandbekämpfung beginnen, bevor die freiwillige Wehr aus Morsbach eintraf.

Bürgermeister Thoenes wurde jedoch nicht müde, immer wieder zu versuchen, Beihilfen für weitere Verbesserungen hereinzuholen. Aber trotz seines plastischen Berichts, wonach die Wehr am 4.5.1884 unter seiner Führung "trotz brennender Sommerhitze und eines höchst
beschwerlichen Weges auf die erhaltene Anzeige hin mit der Spritze zu der ca. 1 Stunde entfernten Brandstätte" nach Wittershagen geeilt war, wo das Stroh gedeckte, dem Fürsten von Hatzfeldt gehörende Haus in Flammen stand und Dank des Eingreifens der Wehr der Schaden auf 683 M. beschränkt werden konnte, sah sich die "Provinzial" nicht in der Lage, den schon früher einmal beantragten (und abgelehnten) Zuschuss von 400 M. zur Beschaffung von Feuerlöschgeräten zu bewilligen.

Sechs Monate später, am 13.2.1885 beklagte die Gemeinde den Tod ihres Bürgermeisters und die Feuerwehr den Verlust ihres Chefs, der nur 51 Jahre alt geworden war. Den Feuerwehrstatuten aus der Gründungszeit ist im Übrigen einiges Kurioses zu entnehmen. So heißt es in Paragraph 4: "Der Eintritt in die Wehr ist jedem unbescholtenen, rüstigen Manne, welcher das 18te Lebensjahr zurückgelegt hat, gestattet". Nach Paragraph 6 durften nur "kräftige, gewandte und muthige Männer in die Steigerabteilung zugelassen werden". Weiter erfährt man, dass das "gesamte Corps einen vom Vorstande zu ernennenden Signalisten einsetzt. Bei Bränden hat derselbe sofort das vorgeschriebene Feuerzeichen zu geben". Vor 125 Jahren herrschten noch strenge Vorschriften. "Die Mitglieder der Feuerwehr haben in und außer dem Dienste ein ehrenhaftes männliches Betragen, insbesondere im Dienste Nüchternheit, Pünktlichkeit, Ruhe, Ausdauer und Gehorsam und wo es gilt, Muth und Besonnenheit zu zeigen".

Der Paragraph 12 der Statuten verpflichtete den Feuerwehrmann, der bei einem Feuer nicht zur Stelle gewesen war, "sich binnen drei Tagen unter Angabe der Verhinderungsursache bei einem Führer zu entschuldigen".
"Vom Pferdegespann zu Hightech" - Die Feuerwehr Morsbach bis 1982

Schon 1883 wurde der geplante Bau eines Steigerturmes auf der "Bitze" umgesetzt. Ein Spritzenführer der Feuerwehr Siegen kam damals nach Morsbach um die Wehrleute gründlich auszubilden.

Die Mannschaft der Gründerjahre vor dem neu errichteten Steigerturm

Am 1.1.1883 wurde die Wehr Mitglied in der damals neu gegründeten Feuerwehr-Unfall-Unterstützungskasse. Die Beiträge wurden von der Gemeinde bezahlt. Eine Revision der Feuerlöscheinrichtungen durch die Rheinische Provinzial-Feuer-Societät führte 1894 zu Verbesserungen an den Spritzen und Spritzenhäusern. Im Jahr 1895 führte diese Änderung zum Kauf einer neuen Saugspritze. Dem damaligen Kaufpreis von 1300 Mark steuerte die "Provinzial" 1100 Mark bei.

Im Jahr 1895 bestand die Feuerwehr Morsbach aus 41 Kameraden. Der "Freiwilligkeit" zur Feuerbekämpfung schien man an höherer Stelle nicht immer zu trauen. So fragte die Regierung im Jahr 1899 beim damaligen Bürgermeister an, was er denn von Pflichtfeuerwehren halten würde. Er hielt nichts davon. Die Morsbacher Feuerwehr, so berichtet er, ist durch ein besonderes Statut organisiert und hat 33 Mitglieder. Vom 1.Mai ab bis 1.Oktober wird an jedem Sonntag geübt und die Übungen nach militärischen Grundsätzen geleitet. Nachdem jedoch ein "Gesetz betreffend die Befugnis der Polizeibehörden zum Erlasse von Polizeiverordnungen über die Verpflichtungen zu Hilfeleistungen bei Bränden" vom 21.12.1904 die Rechtsgrundlage geschaffen hatte, erging am 30.11.1906 die Polizeiverordnung für die Rheinprovinz, die die Ortspolizei ermächtigte, in ausreichender Anzahl Pflichtfeuerwehren dort einzurichten, wo keine vom Regierungspräsidenten anerkannte freiwillige Feuerwehr bestand. Als die Polizeiverordnung am 1.1.1907 in Kraft trat, hatte die Gemeinde zwar eine freiwillige Feuerwehr, deren Betätigung jedoch ruhte. Es fehlte an Ausrüstung und Löschgeräten in geeigneter Anzahl. Als diese Ausrüstungsgegenstände beschafft wurden, wurde der Gemeindebezirk in fünf Pflichtfeuerwehren aufgeteilt. So war die Freiwillige Feuerwehr Morsbach damals Musterwehr im Kreis Waldbröl. Die Freiwillige Feuerwehr Morsbach, im Februar 1907 neu erstanden, passte sich der neuen Ordnung im Löschwesen an und bekam am 27.3.1908 eine neue Satzung, die am 27.3.1909 vom Landrat genehmigt wurde. Der Feuerwehr stand nun ein Brandmeister vor, der vom Bürgermeister ernannt wurde. Der Brandmeister Heinrich Halberstadt wurde vom 2. Brandmeister Julius Schneider vertreten. Den einzelnen Abteilungen standen jetzt Abteilungsführer vor. Die Ausrüstung der Wehr wurde in den folgenden Jahren vervollständigt, wozu ebenfalls die Provinzial im Jahr 1909 1000 Mark und im Jahr 1911 450 Mark bewilligte. Nun stand der behördlichen Anerkennung nichts mehr im Wege. Und so schrieb dann am 12.11.1911 der damalige Regierungspräsident: "Es gereicht mir zur besonderen Freude noch auszusprechen, dass die Wehr nach Feststellung des Ausschusses des Feuerwehrverbandes eine der am besten ausgerüsteten Wehren in der Rheinprovinz ist."

Als Belobigung erhielten dann die Wehrleute im Januar 1913 von der Gemeinde weitere 256 Mark zur Anschaffung von Uniformen. Dann begann 1914 der Erste Weltkrieg, an dessen Ende 1918 die Wehrleute den Kriegertod von vier Kameraden zu beklagen hatten. Dem Krieg folgte die Inflation; notwendige Erneuerungen und Ergänzungen der Feuerlöschgeräte und Ausrüstungsgegenstände scheiterten an der zunehmenden Teuerung. Trotz allem gelang es Heinrich Halberstadt, die Wehr zu neuem Leben zu erwecken. So wurden er und Julius Schneider im August 1920 erneut zu Brandmeistern gewählt und bestätigt. Eine Bestandsaufnahme nach dem Krieg zeigte auf, in welchem desolaten Zustand die noch vorhandenen Löscheinrichtungen und Ausrüstungsgegenstände waren. So wurden wegen der schlechten Alarmverhältnisse, den teilweise schlechten und steilen Wegen und der leichten Bauweise der Häuser und Scheunen letztere oft ein Raub der Flammen, bevor die Feuerwehr aus Morsbach überhaupt vor Ort war. Zu den Ersatzbeschaffungen im Wert von 700 Mark kam im April 1925 eine 1,5 PS starke Alarmsirene zum Einsatz, die die bisherigen Signalhörner ersetzte. Trotz aller Bemühungen hielt aber die Beschaffung und Unterhaltung der Löschgerätschaften mit den Anforderungen nicht Schritt. Eine Überprüfung ergab, dass Erneuerungen im Wert von 1100 Mark nötig waren, die Gemeinde jedoch nur 160 Mark beisteuern konnte. Als die Feuerwehr Morsbach alleine in einer Februarwoche im Jahr 1928 zu vier Grossbränden ausrücken musste, trieb der damalige Bürgermeister Dr. Josef Hammes den Kauf einer Motorspritze energisch voran. Bevor es jedoch zu einem Ankauf einer solchen Spritze kam, wurde die Wehr erneut von einer Lähmung befallen. Als im Oktober 1928 Brandmeister Heinrich Halberstadt sein Amt niederlegte und die meisten Mitglieder ebenfalls aus der Wehr ausschieden, sah sich der Bürgermeister genötigt, wieder einmal eine Pflichtfeuerwehr zu gründen. Dieser Anfall war jedoch schon im Juni 1929 vorüber, und so nahm die freiwillige Feuerwehr Morsbach wieder ihren Dienst auf. Die Mitglieder des Gemeinderates wählen im September 1929 Christian Stausberg und Josef Kaldeuer zum 1.und 2. Brandmeister.

Am Sonntag, dem 5.1.1930 war sie dann da, die erste Motorspritze der Gemeinde Morsbach. Gemeinsam mit anderen Wehren und deren Musikkapellen wurde sie am Bahnhof Morsbach abgeholt und zum damaligen Sportplatz am Alzener Weg gebracht, wo Bürgermeister Dr. Hammes "das Kunstwerk der modernen Technik" der freiwilligen Feuerwehr übergab. Die zahlreichen Zuschauer überzeugten sich von der Leistungsfähigkeit des "Magirus-Liliput"Löschgerätes, als aus drei Rohren zeitgleich mächtige Wasserfontänen empor schossen.

Um einen schnellen und erfolgreichen Einsatz der fahrbaren Spritze und der Mannschaft zu
gewährleisten, wurde mit zwei Lastkraftwagenbesitzern ein Beförderungsabkommen geschlossen, was einen erheblichen Fortschritt gegenüber dem bisherigen Pferdebetrieb bedeutete.

Die Motorisierung der Freiwilligen Feuerwehr Morsbach hatte begonnen. Im Juli 1932 wurde die Gemeinde in Anlehnung an die bestehenden Wehren in die Löschbezirke Morsbach, Lichtenberg und Wendershagen eingeteilt. Durch ein Reichsgesetz über das Feuerlöschwesen vom 23.11.1938 wurde die Organisation der freiwilligen Feuerwehr weiterhin gestrafft und vereinheitlicht. In jeder Gemeinde gab es jetzt eine leistungsfähige und den örtlichen Verhältnissen entsprechend ausgerüstete Feuerwehr. Nach dem Wehrführer kamen jetzt der Hauptmann, der Obertruppmann und der Truppmann. Aus dem Kreisbrandmeister wurde damals der Kreisführer der freiwilligen Feuerwehren. Der Zweite Weltkrieg erfasste 1943 auch das Gemeindegebiet. In Niederdorf, Solseifen, Lichtenberg und Morsbach fielen Bomben, und aus den Trümmern des Postgebäudes in der Bahnhofstraße barg man acht Tote. Die Wehr selbst wurde durch Einberufungen so geschwächt, dass sie im Rahmen des Notdienstes zwangsweise durch 35 Ergänzungskräfte aufgefüllt werden musste. Als der Krieg 1945 zu Ende war, wurde die Gemeinde Morsbach Teil der britischen Besatzungszone.

Die britische Militärregierung gestatte jedoch, dass die Feuerwehrmänner im Dienst weiterhin ihre blauen Uniformen tragen durften, jedoch mussten von diesen und von den Arbeitsanzügen alle Abzeichen entfernt werden. Stattdessen trugen die Wehrmänner jetzt eine weiße Armbinde mit der Aufschrift "MG FIRE BRIGADE" und erhielten Berechtigungsscheine für den Nachtausgang. 1946 löste Wilhelm Mack Christian Stausberg als Gemeindebrandmeister ab.

Das Deutsche Reich bestand nicht mehr, und das Feuerlöschwesen war jetzt Angelegenheit der Bundesländer. Das Gesetz über den Feuerschutz vom 2.6.1948 beließ es jedoch dabei, dass in Nordrhein-Westfalen die Gemeinden weiterhin Träger der Feuerwehren waren.
Als 1948 mit der Einführung der Deutschen Mark ein neues Wirtschaftsleben begann, gelang es überraschend schnell, noch im selben Jahr ein neues Löschfahrzeug (LF 8) im Wert von 14.000 DM zu beschaffen.

Im Jahr 1949 wurde eine Feuerwehrgarage für 4.500 DM errichtet. Das Gesetz über den Feuerschutz von 1948 wurde zehn Jahre später, am 25.3.1958, in das bis heute gültige Feuerschutz und Hilfeleistungsgesetz umbenannt. Auch die Ausrüstung änderte sich; so sollte erstmals ein Großfahrzeug beschafft werden. Ein Tanklöschfahrzeug (TLF 16) konnte im Jahr 1961 in Dienst gestellt werden. In einer Feierstunde wurde das lang ersehnte Fahrzeug vom damaligen Gemeindedirektor Hans Stentenbach dem Löschzug übergeben und anschließend von Rektor Alois Köhler mit einer Flasche Sekt auf den Namen "Santa Maria" getauft. Dieses Fahrzeug wurde, nach einem Umbau Ende der 80er Jahre erneut in Dienst gestellt und erst im Jahr 2004 nach über 40 Dienstjahren verkauft und durch ein modernes TLF ersetzt. Der Löschzug 1 verfügte nun über ein TLF 16 und ein LF8 mit Tragkraftspritzenanhänger. Das Üben wurde nun reglementiert, und somit wurde an jedem 2. Sonntag im Monat geübt, was sich bis in die heutige Zeit nicht geändert hat. Im Jahr 1962 konnte der Löschzug 1 29 aktive Mitglieder verzeichnen; der Altersgruppe gehörten damals 15 Mitglieder an. Vom 1.-3.6.1962 feierte der Löschzug 1 sein 80-jähriges Bestehen. Ort der Festlichkeiten war der Saal "Zum Prinzen Heinrich", der genau vier Jahre später ein Opfer der Flammen wurde. Gemeindebrandmeister war zu dieser Zeit Julius Moll, das Amt des Zugführers bekleidete Ludwig Stausberg, genannt "Graf", der im Jubiläumsjahr 2007 verstorben ist. Durch die Vielzahl von Einsätzen beschloss der Rat der Gemeinde Morsbach am 22.12.1964 für das alte LF 8 ein neues, leistungsfähigeres Fahrzeug zu beschaffen.

Es wurde seitens der Feuerwehr ein LF 16-TS vorgeschlagen. Durch die Fürsprache des damaligen Kreisbrandmeisters Schröder konnten innerhalb kürzester Zeit Landesmittel bereitgestellt werden, um die Beschaffung schnellstens in die Wege zu leiten.1966 kam der große Augenblick, als das neue LF 16-TS von Gemeindedirektor Stentenbach übergeben werden konnte. Trotz großer Probleme hatte das Fahrzeug doch noch Morsbach erreicht. Ebenfalls mit einer Flasche Sekt wurde das Fahrzeug auf den Namen "Sankt Florian" getauft.

Dieses Fahrzeug wurde im Jahr 1992 durch ein neues LF16-TS ersetzt. Am 26.7.1968 legte der damalige Löschzugführer Ludwig Stausberg sein Amt nieder; sein Nachfolger wurde der Sohn des damals amtierenden Gemeindebrandmeisters, Walter Moll. Ludwig Stausberg wurde mit der Führung der Altersgruppe beauftragt. Unter der Leitung von Walter Moll erhielt der Löschzug erstmals Funkgräte und Geräte für die Leistung technischer Hilfe, so z.B. einen Trennjäger und eine Motorsäge. Die Führungsspitze der Feuerwehr Morsbach änderte sich im Jahr 1970. Gemeindebrandmeister Julius Moll schied aus Altersgründen aus dem aktiven Dienst aus. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Walter Moll.

Kurze Zeit später wurden in einer kleinen Feierstunde die früheren Gemeindebrandmeister Julius Moll und Wilhelm Mack zu Ehrengemeindebrandmeister ernannt. Da nun die Stelle des Löschzugführers neu zu besetzen war, wurde der Oberfeuerwehrmann Knut Schneider, nach Anhörung des Löschzuges, nach Münster zum Brandmeisterlehrgang entsandt und im Jahr 1971 zum Brandmeister und Löschzugführer ernannt. Im Jahr 1972 wurde das 90-jährige Jubiläum während der Kirmestage gefeiert. Der Löschzug konnte zahlreiche Gäste aus Nah und Fern begrüßen. Zahlreiche Feuerwehren beteiligten sich an Schauübungen am Schulzentrum und demonstrierten den Zuschauern ihre Schlagkraft. Leider änderte sich im Jahr 1973 wieder etwas in der Führungsspitze der Feuerwehr. Aus beruflichen Gründen trat Gemeindebrandmeister Walter Moll von seinem Amt zurück. Der Zugführer von Lichtenberg und stellvertretende Gemeindebrandmeister Karl Heinz Rosenthal wurde kommissarisch mit der Führung der Wehr beauftragt. Da das Verfahren für die Bestellung eines neuen Gemeindebrandmeisters gesetzlich vorgeschrieben war, kam nun der Kreisbrandmeister nach Morsbach, um in einem Anhörungsverfahren die Wünsche der Kameraden entgegenzunehmen. Hier sprachen sich die Wehrleute mit großer Mehrheit für den Zugführer Knut Schneider aus. Im Jahr1974 wurde demnach Knut Schneider von Gemeindedirektor Hans Stentenbach zum Gemeindebrandmeister ernannt. Dies hatte jedoch zur Folge, dass die Stelle des Zugführers im Löschzug 1 neu besetzt werden musste. Nach einigen Versuchen gelang es, Walter Moll noch einmal für dieses Amt zu gewinnen. Er "befristete" sich jedoch selbst auf ein Jahr, so dass sich in dieser Zeit ein jüngerer Kamerad auf dieses Amt vorbereiten konnte. Der Löschzug entschied sich für denKameraden Bernhard Frank, der dann zur Landesfeuerwehrschule nach Münster ging. Bernhard Frank wurde im Jahr 1975 von Gemeindebrandmeister Knut Schneider zum Löschzugführer ernannt. Einen Neuling ganz anderer Art erhielt der Löschzug im Jahr 1975, nämlich einen so genannten Einsatzleitwagen vom Typ VW Passat Kombi. Im Lauf der Zeit wurde die Ausrüstung der Feuerwehr immer weiter vervollständigt, so dass jeder Feuerwehrmann über eine komplette Uniform, Einsatzkleidung und persönliche Schutzausrüstung verfügte.

1978 war es dann endlich soweit: Der Löschzug Morsbach konnte aus den "Katakomben" des Rathauses ausziehen und in seine neue Wache an der Waldbröler Strasse einziehen.

Als 1980 bei einem Verkehrsunfall in Volperhausen ein schwer verletzt, eingeklemmter PKW-Fahrer geborgen werden musste, standen die Kameraden fast hilflos vor dieser Aufgabe, da man über Spezialgerät noch nicht verfügte. Der Betroffene wurde damals mit Eisensägen aus seinem PKW herausgeschnitten.
In diesem Moment war eine neue Idee geboren. Der Löschzug brachte in einer großräumig angelegten Sammelaktion so viel Geld zusammen, dass bereits zwei Monate später dieses motorisierte Spezialgerät angeschafft werden konnte. Um diese Rettungsschere und den Spreizer auch schnell an die Einsatzstelle bringen zu können, kaufte der Löschzug vom übrig gebliebenen Geld ein wendiges Spezialfahrzeug. Da der Kaufpreis jedoch viel größer war, als das zur Verfügung stehende Geld, nahmen zwei Kameraden des Löschzuges kurzerhand einen Kredit von ca. 20.000 DM auf.

Durch den Ideenreichtum und Arbeitseinsatz der Feuerwehrkameraden gelang es, das neue Gerät auf einen Schlitten zu verlasten, der seinen Platz in dem neuen Fahrzeug fand.

Jetzt war die Feuerwehr Morsbach in der Lage, eingeklemmten Personen schnelle Hilfe zu bringen, ohne ihnen die Belastung einer motorisierten Schleifhexe zuzumuten. Im Jahr 1982 wurde dann das 100-jährige Bestehen der Feuerwehr Morsbach gefeiert.
"100 Plus" - Die Feuerwehr Morsbach von 1982 -2007

Nach dem 100-Jährigen Jubiläum widmete sich die Feuerwehr Morsbach dem Aufbau der neu gegründeten Löschgruppe Holpe. Dabei wurde in die Ausbildung der neuen Kameraden viel Zeit eingebracht, um so schnell wie möglich, eine schlagkräftige Truppe zu bilden.

Die erste Neuanschaffung nach dem großen Jubiläum war ein Wasserwerfer der auf einem Anhänger montiert ist und bis zu 3000 Liter Wasser pro Minute oder auch Schaum abgeben kann. Dann stand die Beschaffung eines neuen TLF 16/25 (Tanklöschfahrzeug) an, das die Kameraden 1984 in Empfang nehmen konnten. Damit wurde das alte TLF 16 aus dem Jahr 1961 ersetzt. Durch das moderne, leistungsfähigere Fahrzeug war die Wehr in der Lage, deutlich früher an den Einsatzstellen einzutreffen.

Die Feuerwehr hatte nicht nur Brände zu löschen, sondern immer mehr rückten Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Personen und andere Einsätze der technischen Hilfeleistung in das Einsatzgeschehen. Alle möglichen Einsätze wurden von den Kameraden gemeistert, wie zum Beispiel Ölsperren auf den Bachläufen errichtet, Chlorgasaustritt im Hallenbad behoben, vermisste Person bei klirrender Kälte gesucht oder während und nach Stürmen Strassen und Häuser von umgestürzten Bäumen befreit. Weiteren galt es bei kleinen und auch bei größen Brandeinsätzen vermisste Personen aufzusuchen und zu retten, beim Austritt von CO2 aus einer Löschanlage Hilfe zuleisten, umgestürzte Lastzüge zu sichern und im Ortszentrum von Morsbach Häuser und Geschäfte zu evakuieren und Strassen zu sperren, nachdem ein Bagger eine Gasleitung beschädigt hatte und Gas ausströmte.. Nachfolgend beispielhaft eine Auswahl an Feuerwehreinsätzen der Jahre 1983 -2007, die die Vielfalt der Hilfeleistungen in der Gemeinde Morsbach dokumentieren soll:

28.07.1983 Brand eines Bauernhofes in Lützelseifen, bei dem die Wasserversorgung während des Einsatzes zusammenbricht

05.10.1983 Brand eines Kesselhauses in einem Holzverarbeitenden Betrieb, bei dem die komplette Heizanlage dem Feuer zum Opfer fällt

07.02.1984 Dutzende von Kellern stehen unter Wasser; von dem Jahrhunderthochwasser ist fast der komplette Ortskern Morsbachs und die Straße nach Wissen betroffen

20.09.1984 Überörtliche Hilfe bei einem Großbrand in Rösrath es brennt ein Werk in dem Kunststoffteile produziert werden; der Wasserwerfer von Morsbach und ein Löschfahrzeug kommt zum Einsatz

15.07.1985 Fischsterben im Wisserbach nach einem Unfall in einer chemischen Fabrik

03.01.1986 Brand der alten Volksschule an der Waldbröler Straße vermutlich durch Brandstiftung

1989 4 Scheunenbrände: 1x in Rolshagen, 2x in Katzenbach und 1x in Ellingen

1990 Brand eines Karnevalswagens in einer Halle der ehem. Fa.Eisen-und Stahlbau; Im März Tagelange Einsätze beim Orkan Wibke

04.09.1990 Brand eines Spänebunkers bei einem Holzverarbeitenden Betrieb

22.10.1990 Wohnhausbrand in Überholz

31.03.1991 Wohnhausbrand in Möhren; überörtliche Hilfe bei den Löscharbeiten

22.03.1992 Dachstuhlbrand in Überasbach

30.04.1992 Wohnhausbrand in Katzenbach

27.09.1992 Brand des Dorfgemeinschaftshauses in Siedenberg

01.01.1993 Dachstuhlbrand in Möhren; überörtliche Hilfe bei den Löscharbeiten

12.06.1994 Zimmerbrand im Behindertenzentrum Morsbach

04.07.1994 Scheunenbrand in Niederasbach

20.12.1994 Dachstuhlbrand in Katzenbach

16.07.1995 Unterstützung der Feuerwehr Waldbröl bei einem Großbrand

14.09.1996 Großübung am Bahnhof Morsbach zusammen mit den Feuerwehren von Waldbröl und Wissen

01.10.1997 Brand in einem Altenwohnheim in Appenhagen, 1 Toter

31.03.1990 Brand auf der Heide in einer Werkstatt, 1 Toter

29.04.1999 Brand einer Scheune in Niederzielenbach

28.09.1999 Einsatz über 35 Stunden in Aachen zur Wasserförderung. Bei großer Trockenheit wird ein Stausee über die Dauer von mehreren Wochen gefüllt, unterstützt durch fast alle Feuerwehren des Regierungsbezirks Köln

1999 Ausleuchten einer Einsatzstelle der Polizei nach Schüssen in einem Asylantenwohnheim

31.12.1999 Viele Feuerwehrleute verbringen Silvester im Gerätehaus; Vorsichtsmaßnahme zum Jahrtausendwechsel

2001 Verkehrsunfall eines Feuerwehrmannes auf dem Weg zu einem Wohnhausbrand

2001 5 Wohnhausbrände in 4 Monaten: Euelsloch, Wendershagen, Stentenbach, Lichtenberg und Volperhausen

2001 Unterstützung der Feuerwehr Wiehl bei Hochwasser

27.12.2003 Groß angelegte Vermisstensuche im Raum Morsbach mit Unterstützung der Bevölkerung, benachbarter Feuerwehren und THW; über 400 Personen im Einsatz

16.05.2005 Wohnungsbrand auf der Stippe, 2 Tote

18.01.2007 Einsätze beim Orkan Kyrill z.T. unter Lebensgefahr für die Feuerwehrleute. Über zwei Tage im Dauereinsatz

Auslaufendes Wasser aus dem Stollen der Grube Magdalena stellte die Feuerwehr im Januar 2005 vor eine große Aufgabe; hier liefen pro Minute zwischen 15 und 20 m³ Wasser heraus. Wichtig war es, hierbei das Wasser so in den Rossenbach weiterzuleiten, ohne dass das angrenzende Firmengebäude von den Wassermassen weiter beschädigt wurde.

2006 haben verschiedene Brandstiftungen die Feuerwehr in Atem gehalten und ihr gesamtes Einsatzvermögen abverlangt. So brannte im März 2006 die Sporthalle A in der Hahner Straße und einige Wochen später zwei getrennt liegende Holzstapel in Rhein. Als diese abgelöscht waren, brannte ca. 150 weiter eine Holzscheune in der Ortsmitte. Der Brandstifter wollte der Wehr wohl keine Nachtruhe gönnen. Im November 2006 folgte der Brand des "Hauses im Kurpark" in Morsbach. Das Übergreifen der Flammen auf den Saal war nicht zu verhindern so dass auch dieser komplett
brannte und schließlich einstürzte. Von den Auswirkungen dieser Brandstiftung ist die gesamte Gemeinde Morsbach heute noch betroffen. Die Zusammenarbeit der gemeindeeigenen Löschzüge und Gruppen wurde immer häufiger trainiert, und diese Zusammenarbeit hatte einen guten Grund. Immer öfter ist der Einsatz von mehreren Einheiten notwendig, da die Personaldecke bei Einsätzen am Tag recht dünn ist. Viele Kameraden haben Arbeitsstellen, die nicht in der Nähe der Gerätehäuser liegen, und sie sind damit für die Einsätze nicht erreichbar. Durch die gute Arbeit in den Jugendfeuerwehren rückt immer wieder Nachwuchs in die aktiven Einheiten nach. Jedoch kommt es immer wieder vor, dass nicht ausreichend Einsatzkräfte vor Ort sind. Hier sind alle Mitbürger aufgerufen, sich aktiv in der Feuerwehr zu engagieren; auch Frauen sind willkommen.

Durch den Umbau des alten TLF 16 (Baujahr 1961) in den Jahren 1988/89 unter der Leitung von Mathias Schneider konnte die Feuerwehr Morsbach im Einsatz auf weitere 2500 Liter Wasser zurückgreifen und war zusätzlich in der Lage eine B-Schlauchleitung von über 1.000 Metern innerhalb von 10 Minuten zu verlegen. Durch Materialspenden von ortsansässigen Firmen und einigen Investitionen aus der Kameradschaftskasse war dieses Vorhaben ermöglicht worden.

Zur Bekämpfung gefährlicher Stoffe und Güter kam im Rahmen der landesweiten Beschaffung 1995 auch ein Fahrzeug nach Morsbach. Auf diesem Fahrzeug sind Ausrüstungsgegenstände verladen, die zur Beseitigung von gefährlichen Stoffen wie z. B. Treibstoffen, Säuren und Laugen nach Unglücksfällen verwendet werden. Ebenfalls ist das Umpumpen dieser Stoffe mit Umfüllpumpen in Hand-und Motorbetrieb möglich. Ganz besonders wichtig sind dabei die Chemikalienschutzanzüge, die dem persönlichen Schutz der Feuerwehrkameraden bei solchen Einsätzen dienen. Durch die Erneuerung eines weiteren Fahrzeugs, mit deutlich besserer Motorisierung und Ausstattung, wurde die Qualität der Wehr weiterhin verbessert. So wurde 1992 ein neues LF 16-TS angeschafft. Das alte Fahrzeug aus dem Jahr 1966, das bei vielen Brandeinsätzen gute Dienste geleistet hatte, war in die Jahre gekommen und musste erneuert werden. Dieses Fahrzeug dient zur Unterstützung bei Brandeinsätzen und der technischen Hilfeleistung und ist bei vielen Einsätzen unverzichtbar. Durch einen erneuten Griff in die Kameradschaftskasse und der großzügigen Spende eines Unternehmers aus Morsbach konnte 1996 ein Fahrzeug zum Transport von Einsatzkräften und der Jugendfeuerwehr der Gemeinde übergeben werden. Doch damit nicht genug, weiterhin wurde ein Rüstanhänger, der ebenfalls in Eigenregie gebaut wurde, in den Dienst übernommen. Dieser bringt Geräte zur technischen Hilfe, ein Notstromaggregat und einen Lichtmast mit zur Einsatzstelle. Letztendlich wurde die Baumaßnahme "Anbau an das vorhandene Gerätehaus" die in den letzten Jahren auch von den Kameraden des Löschzugs I durchgeführt und finanziert wurde, ebenfalls der Gemeinde übergeben. Der Gegenwert diese Baumaßnahme, wie im Bauantrag ausgewiesen, belief sich auf einen Betrag von ca. 90.000,00 €. In diesem Anbau sind Werkstatträume sowie ein Aufenthalts- und Schulungsraum für die Jugendfeuerwehr untergebracht. Aber nicht nur der neue Schulungsraum war für die Jugendfeuerwehr ein Grund zur Freude. Auf dem Kreiszeltlager beim Wettbewerb zur Erlangung der Leistungsspange belegte die Jugendfeuerwehr aus Morsbach den ersten Platz und holte somit den entsprechenden Pokal nach Morsbach.

Nach einer Vorbereitungs-und Planungszeit zeit konnte die Feuerwehr im November 2005 ein TLF 20/30/2 in Dienst stellen, das speziell für die Aufgaben in unserer Gemeinde zugeschnitten ist. Neben einem Wassertank mit 3.000 Litern Inhalt, einem Notstromaggregat mit einer Leistung von 13 KVA, einer neuen Rettungsschere und einem neuen Spreizer, einem Dachmonitor mit einer Leistung von bis zu 3.000 Litern pro Minute, 200 Liter Schaummitteltank und einer guten Motorisierung gelang es der Gemeinde ein Fahrzeug zu bekommen, dass in allen Belangen eine schnelle und optimale Einsatztätigkeit ermöglicht.

Ein Jahr später konnte die Fahrzeugbeladung mit einem Sprungpolster ergänzt werden, dies dient zur Rettung von Personen aus einer Höhe von bis zu 16 Metern. Der Förderverein des Löschzuges I besteht seit dem 8.2.1998 und hat schon viele Anschaffungen getätigt, die durch die begrenzten Haushaltsmittel der Gemeinde nicht möglich waren. So wurde neben technischem Gerät, Ausrüstungsgegenständen und persönlicher Schutzausrüstung auch eine Drucklufterhaltungsanlage durch den Förderverein gekauft, die die Großfahrzeuge ständig mit ausreichender Luft versorgt, so dass im Einsatz ein sofortiges losfahren ständig gewährleistet wird.
Aus den Anfängen: Gründung im Jahr 1882

Die Freiwillige Feuerwehr Morsbach kann im Jahr 2007 auf ihr 125jähriges Bestehen zurückblicken. Sie wurde 1882 gegründet, nachdem Mitte des 19. Jahrhunderts in der Gemeinde Morsbach bereits erste Spritzen sowie Ledereimer und Haken zur Brandbekämpfung angeschafft worden waren. Bis dahin waren die Bürger, die meistens noch in Häusern aus Lehmfachwerk mit Strohbelag wohnten und offenes Licht wie Kerzen sowie Öllampen benutzten, wehrlos einem Schadenfeuer ausgesetzt.

Am 12. März 1882 bildeten auf Initiative von Bürgermeister Thoenes 36 Morsbacher einen Feuerwehrverband, worauf fünf Tage später der Gemeinderat durch offiziellen Beschluss eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben rief. Der erste Wehrführer war Bürgermeister Wilhelm Thoenes, der, inspiriert vom Verband rheinisch-westfälischer freiwilliger Feuerwehren, als der "Vater der Morsbacher Feuerwehr" gilt und damals folgendes ausführte: "Viele erinnern sich ohne Zweifel an das in früherer Zeit bewirkte Löschen eines Brandes. Die Feuerlöschgeräte waren in der Regel nicht in leistungsfähigem Zustande. Kostbares Mobiliar wurde zum Fenster hinausgeworfen, ein wilder Haufen, von dem mancher das, was ihm passte, kurzer Hand einsteckte, warf sich ohne Kommando und ohne Ordnung als Löschmannschaft auf, verließ aber die Arbeit nach kurzer Zeit, wenn die Anstrengungen ihm zu groß wurden und tat sich beim gratis verabreichten Branntwein gütlich
Und wie sahen die alten Spritzen, Leitern usw. aus? Sie waren meistens vorsintflutlichen Ursprungs. Nach dem Brande blieben sie ruhig an der Brandstelle liegen, bis bezahlte Leute sie wieder zurückbrachten. Wie ganz anders eine geordnete freiwillige Feuerwehr! Mit leistungsfähigen, leicht zu führenden Geräten folgt sie einem einheitlichen Kommando. Jeder kennt seinen Platz und ist bestrebt, ihn voll und ganz auszufüllen. Jeder arbeitet mit Lust und Liebe zur Sache und ist stolz darauf, einem Institut anzugehören, das unter dem Wahlspruch: `Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr` und `Einer für alle, alle für einen` zu jeder Tages-und Nachtzeit freudig ans Werk geht.
Die Gründung der Feuerwehr Morsbach ist sowohl ein Stück Heimatgeschichte, als auch ein Teil des Gemeinschaftslebens der damaligen Zeit vor 125 Jahren. Daher sollen die Gründungsjahre etwas näher betrachtet werden. "Herrscher des Vaterlandes" war damals Wilhelm I., deutscher Kaiser und König von Preußen. In der Kreisstadt Waldbröl residierte der königlich-preußische Landrat Koeppen, und Wilhelm Thoenes war Bürgermeister der
4.100 Einwohner zählenden Gemeinde Morsbach. Davon bekannten sich 3.400 Katholiken zu Papst Leo XIII., seinem Erzbischof Melchers in Köln sowie Pfarrer Nelke und Vikar Pollhammer in Morsbach und Pfarrer Boddenberg in Holpe. Zur evangelischen Pfarre Holpe unter Pfarrer Haarbeck zählten die übrigen 700 Seelen. Der Morsbacher Gemeinderat, der aus 18 Mitgliedern bestand, war im März 1882 von der Idee einer Freiwilligen Feuerwehr so begeistert, dass er sofort für den Bau eines Steigerturmes und die Beschaffung von Ausrüstungsgegenständen 330 Mark bewilligte.
Bereits einige Monate zuvor hatte die Gemeinde die "Statuten der freiwilligen Feuerwehr Morsbach vom 20.9.1881" aufgestellt. Um der vom Gemeinderat beschlossenen Wehr ein organisatorisches Gefüge zu geben, hat ein Ausschuss, bestehend aus Bürgermeister Thoenes, Lehrer Lorenz Müller und Beigeordneten Carl Thoenes die Statuten am 27.8.1882 zum offiziellen Regelwerk für das Wirken der neuen Feuerwehr erklärt.
An der Spitze der Wehr stand ein "Brandrat", der sich aus dem Chef der Wehr als Vorsitzendem und zwei Korpsführern zusammensetzte. Die Wehr selbst war aufgegliedert in die Steiger-(Rettungs-) Abteilung, die Spritzenabteilung und die aus passiven (zahlenden) Mitgliedern zusammengestellte Aufsichts-und Absperrungsabteilung. Weitere Bestimmungen regelten das Vereinsleben, wie Mitgliedschaft, Austritt, Vorstand, Hauptversammlung und Vereinskasse. Geräte und Ausrüstung wurden von der Gemeinde angeschafft. Chef, Korpsführer und Wehrleute trugen einfache Helme mit entsprechenden Abzeichen, die Mannschaften graue Bluse mit Abzeichen. Die Steiger waren mit Hanfgurt, Seil, Laterne und Beil ausgerüstet.